Käse- Schäferei in Acremont( Belgien) und ein Quark- Rezept

Belgien, Provinz Luxemburg. Edyta Guhl
Käse- Schäferei in Acremont( Belgien) und ein Quark- Rezept

 

Meinen Urlaub verbringe ich in Belgien und für alle Bekannte ist es selbstverständlich, dass ich nach Ostende fahre. Die belgische 67 km lange, sandige Küste von Knokke bis zu De Panne ist zwar sehr bekannt, aber Belgien hat viele andere touristische Attraktionen, die sehr empfehlenswert sind, nicht nur die Küste. Meine Reise führt in die Wallonie, Belgiens französischsprachiger Süden. Ich besuche die südlichste Provinz der Wallonie: Belgisch Luxemburg und suche nach kulinarischen Spezialitäten typischen für diesen Region: Käse, Konfitüre, Schinken und Bier. Ich geniesse süße belgische Waffeln, dampfende, knusprigen, Pommes, den belgischen Milchreiskuchen und nasche die belgischen Pralinen. Formidable- sage ich wie ein echter Franzose. Zu der kulinarischen Begeisterung kommt noch die Schönheit der Landschaft: stimmungsvolle Fichtenwälder, Auenwiesen, romantische Dörfer, gewaltige Burgruinen.

 

Blau ist die Farbe der Wallonie, erzählt mein Reise- Begleiter. Blau und manchmal Grau… Aber diese ersten Septembertage sind sehr warm und sonnig. Keine Spur von der matten, grauen Nebel. Die Wallonie ist eher saftig grün und golden von der Sonne. Malerisch liegt Bertrix, eine belgische Gemeinde in der Provinz Luxemburg.

 

An einem Nachmittag besuche ich Bergerie Acremont, Käse- Schäferei in Acremont in der Nähe von Bertrix. Barbara und Peter führen den Hof und sind Schäfer mit Herz und Laib. Im Jahre 1999 erwarb Peter ein leerstehendes Gebäude, in dem früher 150 Kühe gehalten wurden. Nach einer Ausbildung in Mechanik an der Damiaan-Instituut in Aarschot und dem Abschluss in Landwirtschaft am Hoger Instituut der Kempen in Geel und einigen Sommerjobs bei den Bauern in der Schweiz, hat sich der Peter für Studien in Moudon in der Schweiz in ,, Ecole de Fromagerie et d’Industrie Laitière” entschieden, wo er auch sein Diplom der Käsemeister erhalten hat. Das alles steht auf der Web- Seite von Bergerie Acremont.

Milk Sheep, belgische Milchschafe. Schäferei in Belgien. Edyta Guhl.
Milk Sheep, belgische Milchschafe.

 

Heute hat die Haltung 250 Schafe. Die Schafe gehören zur Rasse Belgien Milk Sheep, belgische Milchschafe. Diese Rasse ist vom Aussterben bedroht und in Belgien gibt es nur noch 1200 Schafe von dieser Rasse. Ein typisches Merkmal von Belgien Milk Sheep ist die sogenannte „Rattenschwanz“ – erzählt Barbara auf Deutsch und für die Französisch sprechende Gäste ist Peter zuständig. Das Paar arbeitet zusammen, sie melken Schafe und verarbeiten die Milch zu Käse, Quark und Joghurt. Es werden unterschiedliche Käsesorten wie Frischkäse, Edelpilzkäse, Schnittkäse und Hartkäse hergestellt.

Käsesorten in Belgien, Acremont. Edyta Guhl.

Der Käse wird im Wochenmarkt und im Hofladen verkauft. Barbara verrät einige Fakten aus der Käseherstellung: für 1 Kg Gouda braucht man 10 l Kuhmilch und 4 l Schafsmilch. Der Gouda hat viel mehr Eiweiss, aber weniger Fett und weniger Laktose und dadurch liegt unter Toleranz-Grenze. Die Schafsmilch ist sehr gut verdaulich, ruft weniger Allergien hervor als Kuhmilch aus, weil sie weniger Kasein enthält. 

Bergerie Acremont. Edyta Guhl. Besuch in Acremont.
Sympatische Barbara in Bergerie Acremont.

Was man alles bei Barbara und Peter bekommt? Die Liste ist lang und sehr appetitlich:

frische Schafs- Rohmilch( 3 Tage Haltbarkeit)
und pasteurisiert( 10 Tage Haltbarkeit), Natur- und Früchtejoghurt, Tzatziki, Ricotta, Fettarella, Hüttenkäse, Hüttenkäse mit Schnittlauch, Fleur d’Acremont Natur( etwas wie Quark, mehr trocken)
Fleur d’Acremont : Kräuter, 4 Chili, Curry-Sesam, Rosmarin und Bohnenkraut, schwarzer Pfeffer
Le caprice de la bergère- ein Frischkäse, zwischen Joghurt und Quark, mit Rosmarin, getrockneten Tomaten und Pilzen( schon die Beschreibung ist für mich wie ein Gedicht)
Vanillepudding, Reispudding, Schafsmilchmarmelade( Natur oder Schoko- Geschmack)

Hartkäse:

Goudacremont (wie Gouda)
Le Comte de Acremont (Raclette)

Weichkäse:

Agnelet (wie Brie)
Le pavé du berger (gewaschen in Trappist Rochefort Bier)
Feuille de Luchy (mariniert in Weißwein, eingewickelt in Weinblätter)
Bècherin (wie Vacherin- Käse )
Blauschimmel- Käse:
Bleu de scailton (gereift in la Morépire, Schieferbruch in Bertrix, genannt nach dem Schieferbergmann).
Bleu de scailton. Bergerie Acremont. Edyta Guhl.
Bleu de scailton


Der Hofladen bietet auch etwas für die süßen Naschkatzen: Eis-Spezialitäten aus Schafmilch. Leckere Eissorten mit Joghurt-Vanille-, Schokolade-, Mokka-, Erdbeer- , Walnuss mit Ahornsirup-  Rum-Rosine-, Spekulatius- und Honiggeschmack.
Schafsmilch- Eis. Eis in Acremont, Belgien. Edyta Guhl.
Eis aus Schafsmilch-schmelzt auf der Zunge 🙂
 Dank der hohen Eiweiß-Gehalt von Schafmilch, gibt es keine Notwendigkeit, um die Sahne hinzu zufügen. Dadurch ist dieses Eis          ,, light“  im Vergleich zu klassischen Eissorten, schmeckt aber sehr lecker, ist super cremig und durch 100 % Schafsmilch unverwechselbar sahnig. Ich entscheide mich für das Vanille- Eis, köstlich und sehr erfrischend. Ich geniesse mein Eis und habe die Gelegenheit Barbara ein Paar Fragen zu stellen. Ich muss die Zeit gut nutzen, schließlich ist Peter mit einer Gruppe Besucher unterwegs und gleich müssen sie bewirtet werden. An der Käse- Theke stehen Stammkunden, der kleine Sohn zeigt die Hausaufgaben und Barbara hat genug zu tun. Besonders interessiert mich L’oeillet du château – der Hartkäse aus Schafsmilch. 

 

 Durch ein kleines Fenster schaue in in den Raum, wo der Käse zubereitet wird. In der Mitte steht eine Wanne aus Kupfer in der die Schafsmilch erwärmt wird. Der Rest bleibt ein Geheimniss der Bergerie Acremont. Aber wenn Ihr geduldig fragt, wird der nette Peter das Geheimnis etwas lüften. Zum Reifen kommen L’oeillet du château – Laibe in die Keller des Schlosses von Bouillon für 2 Jahre. Nach 2 jährigen Affinage ist der fertige Käse elfenbeinfarben und fest, saftig und nussig im Geschmack.
 
Seife aus Schafsmilch mit Rosa oder Lavendel- Duft. Edyta Guhl.
Seife aus Schafsmilch mit Rosa oder Lavendel- Duft.

 In dem Hofladen kann man auch Schafwolle und Seife mit Rosa oder Lavendel- Duft kaufen.
 
 
Nicht nur Radler oder Wanderer halten hier gerne an, um sich einzigartige Milch- und Käsespezialitäten aus eigener Herstellung zu gönnen. Viele berühmte Persönlichkeiten, Politiker sind von dem leckeren Käse aus Acremont begeistert. Sympathische und sehr natürliche Barbara erzählt :,, 2012 waren wir eingeladen, um ein Käsebuffet für das Königsfest in Parlament zu organisieren (für 500 Personen) und dort haben wir die königliche Familie getroffen und viele Ministers u.a José Bové“.
 
Auf dieser Karte sieht man,von wo die Besucher her kommen:
Eine Weltkarte der Besucher der Bergerie Acremont. Edyta Guhl.
Eine Weltkarte der Besucher der Bergerie Acremont.
 
 
Der bekannte belgische Food- Fotograf Anthony Florio hat wunderschöne Aufnahmen von Peter in einer gemacht. 
Barbara zeigt mir noch ein Buch mit tollen Rezepten und Foto von Anthony Florio und ich begeistere mich für das leckere Eis auf einer Schieferplatte( wie genial war die Idee, das Eis so zu präsentieren). Hier zu sehen.
Ein Kochbuch mit dem Foto von Anthony Florio. Edyta Guhl.
Une terre des hommes& des recettes- in diesem Buch ein tolles Foto von Anthony Florio.

 
Ich habe auch ein Rezept für Euch. Der beste Frischkäse selbst gemacht, nur mit dem Namen bin ich mir nicht so sicher. Es ist etwas zwischen Quark und Ricotta, aber so lecker, dass ich auf jeden Dessert verzichten kann. Und wir haben noch zusätzlich viel Molke, die sehr gesund ist.
Rezepte für Quark. Quark, selber machen. Edyta Guhl.
Quark, selbst gemacht. Edyta Guhl.


Leckerer Quark( selbst gemacht):

1 Liter Frischmilch( keine H- Milch)
500 g Joghurt
etwas Sahne( 2 EL)
 

Zubereitung:

Die Milch aufkochen. Dann den Topf vom Herd nehmen, Joghurt und Sahne einrühren, dann den Topf wieder auf den Herd setzen und nicht mehr aufkochen, nur kurz warm halten, bis die Milch dicklich wird und Klumpen bildet. Jetzt gießen wir das ganze durch ein sauberes Tuch, damit die Molke aufgefangen wird. Dann drücken wir das Tuch und binden zu und lassen noch weiter abtropfen. Ein bekannter Inder hat etwas Gewicht( Holz- Schneidebrett) drauf gemacht und über die Nacht stehen gelassen. Bei mir geht es viel schneller. 
 Danach holen wir den Quark aus dem Tuch und servieren am besten mit frischem Eifel- Brot.
Molke und Quark selber machen. Rezepte für Quark. Edyta Guhl.
Quark und Molke, lecker 🙂


 

Acremont, Belgien.
http://www.bergerie-acremont.be

 
* L’oeillet du château -Käse hat mich sehr beeindruckt, ihr vermutet schon bestimt, wo meine nächste Reise hingeht?
Bleibt gesund,

Eure Edyta

Lóeillet du chateau- Käase aus Acremont. Edyta Guhl. meine reisen durch Belgien.
Lóeillet du chateau- gereift im Keller vom Chateau Bouillon.


Workshop bei Katja( Fräulein K.Sagt Ja) und Mara( LifeIsFullOfGoodies) bei Karlsruhe. Und ich war dabei :-)

http://mein-dolcevita.blogspot.de

 

http://mein-dolcevita.blogspot.de
Am Samstag war ein Foto- Workshop bei Katja fraeulein-k-sagt-ja und Mara lifeisfullofgoodies bei Karlsruhe. Und ich war dabei. Für ein Landesei aus der Eifel war die Fahrt mit dem Auto an einem Freitagnachmittags eine echte Herausforderung und dabei habe ich es alles so perfekt geplant…Ich habe im Internet die günstigste Zugverbindung rausgesucht und ein schönes Hotel und wollte zuerst ein Fotoshooting von Karlsruhe- City machen. Ihr kennt wahrscheinlich den Satz: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen! Und natürlich ging alles anders. Zuerst habe ich keinen Urlaub für den Freitag bekommen und somit war die bequeme Option Zug nehmen definitiv gestrichen. Die Nachmittagszüge sind nämlich unvergleichbar teurer und ich hatte keine Lust um Mitternacht nach meinem Hotel zu suchen. So blieb mir nur die Option Autofahren übrig und jeder der Freitags- Nachmittags schon gereist ist, weiss genau, was dass heisst. Stau, Hitze, ungeduldige Raser. Zuerst habe ich noch die schöne Landschaft genossen. Dichte, verträumte Wälder in der Eifel und Hundsrück, dann kamen idyllische Weinberge und schliesslich die Pfalz mit den vielen Tunnels. Habt ihr gewusst, dass es zwischen Pirmasens und Landau mindestens vier Tunnels gibt? Ich wollte schon beim dritten aussteigen und mein Auto einfach stehen lassen. Die Fahrt ging aber weiter. Nach Karlsruhe angekommen hatte ich noch mit den Verkehrsampel, Umleitungen und Stau zu tun, was man bei uns fast nicht kennt und schon war ich bei meinem Hotel.  
 Hier habe ich erfahren, was der Satz aus der Hotelbeschreibung: ,,  Sie können direkt am Hotel parken. Kostenfreie Parkplätze.“ heisst. Natürlich konnte man kostenlos parken, aber auf den Strassen direkt am Hotel. Das Hotel selber besitzt nämlich keinen Parkplatz.
Man lernt immer was Neues. Beladen mit einem Koffer, Fotorücksack, Stativ, Handtasche, Kleiderträger und einer Kühltasche habe ich mein Zimmer im zweiten Stock erreicht und hatte an diesem Abend keine Kraft mehr, um gross zu fotografieren. Nur ein paar Fotos auf dem Weg zum Studio von Katja. Ich wollte mich in der neuen Gegend etwas umschauen, um am nächsten Tag pünktlich ankommen.
http://mein-dolcevita.blogspot.de

 

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Eggenstein, Kirchplatz.
 
 Mein Hotel hatte kein Frühstück, so habe ich mich mit einem Butterhörnchen in einem Cafe gestärkt und stand überpünktlich bei Katja auf der Matte. Das Studio ist ein Traum. Wenn ich so ein Studio hätte, bräuchte ich keine Villa. Weiss, hell, lichtdurchflutet und geschmackvoll eingerichtet, obwohl ich vermute, dass die meisten Requisiten nach Lust und Laune variieren, oder eher nach Bedarf, aber sehr kreativ. Katja ist eine Hochzeitsfotografin und betreibt auch einen online-shop, in dem man/ frau alles findet, damit der Tag besonders wird. Und wenn Ihr eine Inspiration braucht, schaut bei Mara auf dem Blog. Sie hat im Dezember 2015 geheiratet und in ihrem Hochzeitsbeitrag dürfen wir diese Feier miterleben. Ich verrate Euch nur, eine Idee für die Hochzeit war eine Party im 20-er Jahre Stil… Der Workshop in Karlsruhe war eine gute Gelegenheit sich mit den anderen Bloggern zu treffen und aus zu tauschen. Drei Teilnehmer sind sogar aus der Schweiz angereist. Wir waren eine gemütliche runde mit 10 wissenshungrigen Fotografen und wurden zuerst mit Theorie versorgt, später konnten wir an diversen Sets mit Kunstlicht und Tageslicht arbeiten. Ein großer Lob an die Mädels. Wunderschöne Dekorationen, tolle Requisiten, leckeres Essen. Das versuche ich es Euch auf den Fotos unten zu zeigen. Die Apfel-Zimt- Cupcakes von Mara( bald gibt es ein Rezept auf ihrem Blog) waren die besten, die ich im Leben gegessen habe. Und die traumhafte Creme hat so appetitlich geduftet. Ich bin ein kleiner Duft- Fanatiker. Verbinde Menschen, Emotionen oder Plätze mit verschiedenen Gerüchen. Der Workshop in Karlsruhe riecht für mich nach Kaffee und Vanille. Obwohl es gab auch andere Düfte: Bretzeln, Salate, Käse und Wurstplatte, Weintrauben, Brot. Die Food- Fotografie macht nämlich richtig hungrig und ich bin immer noch am Staunen, wie die charismatische Mara ihre perfekte Figur behält. Wir haben noch über Lightroom gesprochen, was mich sehr interessiert hat, weil ich selber nur mit Photoshop arbeite. Zum Schluss gab es noch einen Prosecco. Es war für mich eine sehr angenehme Abwechslung von der strengen Welt mit Stativ, Studiolampen, Graukarte, Weissabgleich, Sensor- Flecken, Chromatischen Aberrationen in die fröhliche, moderne Digitalfotografie für Blogger. Ich habe auch ganz andere Sachen für mich entdeckt, die gar nichts mit der Fotografie zu tun haben. Wie wichtig ist die Selbstpräsentation, Zielstrebigkeit, Werbung, Kommunikation zwischen den Bloggern, schließlich dafür sind die Blogs da. Zum Teilen. In diesem Sinne,

 

Eure Edita 🙂
 
 
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 Eine nette Runde…

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Apfel- Zimt- Cupcakes in zwei Ausführungen 🙂
Tageslicht.

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Wunderschöne Tischdekorationen… 

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Verschiedene Filter benutzen, schon sieht das Bild ganz anders aus 🙂

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 Sommer- Party…

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Mohn- Schnecken im Kunstlicht… 

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Requisiten von Teilnehmern wurden auch gerne fotografiert. Danke Bettina 🙂
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Tolle Hochzeits- Accessoires.