Käserollen- zwei Zubereitungsmethoden

käserollen-zwei-ZubereitungsmethodenWissenschaftler haben festgestellt, um gut durch die Karnevalstage zu kommen, braucht man eine solide Grundlage. Mit einem Apfel oder Salat, also das was wir Frauen so gerne essen, ist es nicht getan. An diesen Tagen braucht man eher fettige, kalorienreiche Speisen. Ein deftiger Gemüse- Eintopf oder eine leckere Käserolle eignen sich ideal.
Mein Opa hat auf saure Gurken geschworen, um dem Kater nach dem Feiern vorzubeugen. Ich erinnere mich an fröhlich- feuchte Namenstage, die man bei uns zu Hause gefeiert hat. Obligatorisch gab es Gemüsesalat mit Mayonnaise, gefüllte Eier, marinierte Pilze, Wurstplatte und natürlich auch saure Gurken. Es wurde getanzt und gefeiert bis spät in die Nacht. Ich mache die Augen zu und sehe sie alle. Meine Tante Leongina mit lockigen, rötlichem Haar, groß, dürr, immer in einem Kleid oder Rock, wie auf den Fotos aus den 20er Jahren. Habe ich sie jemals in einer Hose gesehen? Ihr Mann Jacek, strahlende blaue Augen, blonder Haarschopf, nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen, nicht einmal seine vier Kinder.
Dann gab es den Bruder von meinem Vater Jan und seine Frau Helena, die als Kind mit ihrer ganzen Familie in sibirische Gefangenenlager verbannt wurde. Leute, die aus ,,Gulag- Lager“ zurück gekommen sind, wussten genau was Schlemmen heißt. Dann gab es noch zwei Schwestern von meiner Mutter, Sabina und Leokadia mit den Familien, und den Opa, der nach dem Tod seiner Frau zum zweiten Mal geheiratet hat.
Bei jeder Gelegenheit hat man eine Familienanekdote erzählt, als der Opa meinen Vater gefragt haben soll: weißt du noch als ich geheiratet habe? Bei dieser Geschichte haben alle Tränen gelacht, bis heute weiß ich nicht so richtig warum…Schließlich gab es noch meine Eltern. Die Mutter mit den dunklen, besorgten Augen, eher schüchtern und bis heute so herrlich naiv und den Vater, der Musik so geliebt hat, dass er sich Akkordeon spielen selber beigebracht hat.
An solchen Familientreffen hat er immer traurige Stücke aus der verlorenen Heimat vorgespielt. Als das jüngste Kind in der Familie, von beiden Seiten, musste ich mich immer in eine Ecke verstecken, um nichts von den Geschehnissen zu verlieren. Die Mutter rief ins Bett, aber der Abend war gerade so spannend. Es wurde erzählt und gelacht, jemand hat geweint, die anderen haben gestritten, weil Alkohol und Zeit die Erinnerungen getrübt haben und man sich nicht mehr einigen konnte. Es wurde gefeiert, geraucht und getrunken, als ob es kein Morgen mehr gäbe.
Die Stimmen werden immer leiser, die Musik verstimmt, das Parfüm von meiner Tante verweht. Alles vorbei. Ich vermisse Euch so sehr…

Käserolle und zwei Zubereitungsmethoden:

 

Käserolle mit Champignons und Tomaten:

 
500 g Gouda- Käse
100 g Kräuter- Frischkäse
eine Schalotte
1 Glas Champignons
1 El Öl
100 g getrocknete Tomaten
Knoblauch, Gewürze
 
1. In einem Topf Wasser aufkochen. Den Käse in einen Gefrierbeutel geben, gut zubinden, damit beim Kochen nichts ausläuft und ins Wasser legen. Bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Es dauert etwa 20 Minuten. Ab und zu umdrehen, damit der Käse besser schmelzt. Den geschmolzenen Käse auf einer Unterlage zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie zu einem Rechteck (ca. 30 x 20 cm) ausrollen und mit der Frischkäsefüllung so bestreichen, dass rundherum noch ein Rand frei bleibt.
2. Die Frischkäse- Füllung: Schalotte, Knoblauch hacken und in einer EL Öl anbraten. Champignons kleinschneiden, in die Pfanne geben und kräftig anbraten. Würzen mit Salz und Pfeffer, wer es mag, kann einen Hauch Chili dazu geben. Etwas abkühlen lassen. Tomaten klein schneiden. In einer Schüssel Kräuter- Frischkäse, Champignons, Tomaten untermischen und auf dem Käse verteilen (auf einer Seite etwa 4 cm frei lassen, sonst quillt es beim Aufrollen heraus)
3. Die Rolle mithilfe der unteren Lage der Frischhaltefolie vorsichtig aufrollen und mit den Händen vorsichtig festdrücken. In Frischhaltefolie wickeln und mind. 1 Std. im Kühlschrank kühlen. Zum Servieren die Rolle mit einem Messer in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden.
 
 

Käserolle mit Oliven und Kräutern:

8 Scheiben Käse: Gauda, Emmentaler
100 g Kräuter – Frischkäse
grüne Oliven
Kräuter: Petersilie, Schnittlauch
Gewürze
drei getrocknete Tomaten
 
1. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Backform mit Alufolie und Backpapier auslegen. Den Käse so verteilen, dass die Scheiben leicht überlappen. Dann kurz in den Backofen schieben und den Käse leicht schmelzen lassen, nicht zerlaufen lassen. Etwas abkühlen lassen. Darauf den Frischkäse verteilen. Oliven und getrocknete Tomaten klein schneiden, Kräuter hacken und auf dem Käse verteilen. Nun den Käse mithilfe des Backpapiers von der kurzen Seite her aufrollen und in den Kühlschrank legen und fest werden lassen. Guten Appetit.
 
Käserolle ist ein köstliches und einfaches Rezept für jede Party und lässt sich gut nach dem eigenen Geschmack oder Lust und Laune variieren. Vegetarisch, oder mit Schinken, Eiern, Paprika. Es geht alles. Ich habe zwei Zubereitungsmethoden verglichen und mich für die zweite Methode begeistert. Es geht schneller, der Käse ist gleichmäßig dick und man kann sich das Ausrollen sparen. Auch optisch gefällt sie mir besser. Ich muss aber dazu sagen, dass die Tomaten- Champignons- Füllung mir besser geschmeckt hat. Alles Geschmacksache 🙂

 

Lasst Euch gut gehen, Eure Edita

Bunte Confetti- Torte

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Der Karneval wird bestimmt lustig. Bei der Zubereitung des heutigen Kuchens habe ich so gelacht, wie noch nie in meiner Küche. Im Karneval muss es bunt sein und ich habe mir ein ganz buntes Rezept ausgedacht: eine Confetti-Torte. Zuerst habe ich ein Biskuit gebacken. Nachdem ich alle Küchenschränke durchsucht habe und kein Weizenmehl gefunden, dafür aber jede Menge Vollkorn-, Buchweizen und Dinkel- Mehl, konnte ich ein Dinkel- Mehl- Biskuit- Rezept ausprobieren.


Der Kuchen ist gut gelungen, vielleicht nicht so hoch, wie mein Lieblingsbiskuit aus Weizenmehl, ich war aber zufrieden. Die größte Schwierigkeit bei einem Biskuitboden liegt im Durchschneiden. Dafür braucht man eine starke und ruhige Hand. Mein Mann hilft mir immer dabei, er hat schon den Mohn- Kuchen oder das Zupf- Brot sehr akkurat geschnitten. Zur Sicherheit habe ich noch nachgefragt: meinst du, du kannst den durchschneiden? Klappt es?

Es kam eine selbstsichere Antwort: Jaaa!

– Kannst du ihn auch dreimal durchschneiden?

– Dreimal oder zweimal! Was für ein Unterschied, sicher kann ich das!

Ich habe schnell entschieden: schneide ihn zweimal durch, er ist nicht so hoch wie sonst.

Gerade habe ich geschafft, ein Päckchen Sahne aus dem Kühlschrank rauszuholen, schon hörte ich eine zufriedene Stimme: Feeertig!

Das ging aber schnell, lief mir durch den Kopf. Ich drehte mich rum und sah den Biskuit. Der war durchgeschnitten, aber…von oben. In zwei Teile.

Vor Lachen habe ich mich auf den Boden gesetzt. Mit stolzer Miene stand mein Mann neben dem Kuchen und kuckte mich an. Meinen Lachanfall konnte er nicht verstehen.

– Wie bitte soll ich daraus eine Torte machen? Fragte ich und lachte immer mehr, als ich sein stutziges Gesicht sah.

So fröhlich kann der Karneval beginnen 🙂 Die heutige Torte widme ich allen, die auch eine so hilfreiche Hand in der Küche haben!

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Bunte Confetti- Torte:

Zutaten für den Biskuitboden:

5 Eier

125 g Zucker

100 g Stärkemehl

100 g Dinkel- Mehl Type 630

2 TL Backpulver

Die Füllung:

3 Galaretka in verschiedenen Farben oder Götterspeise*

750 ml Wasser

200 ml Schlagsahne

4 Blatt Gelatine

und 100 ml Schlagsahne

2 Blatt Gelatine

Die Zubereitung:

1. Eine Springform 24 cm mit Backpapier ausgelegen. Die Form darf auf keinen Fall gefettet werden, sonst fällt die Masse zusammen. Alle Zutaten sollen Zimmertemperatur haben, damit sie sich gut miteinander verbinden können.

2. Eier und Zucker etwa fünf Minuten schaumig schlagen, die Masse muss sich danach verdreifacht haben. Das Stärkemehl mit Dinkel- Mehl und Backpulver mischen und unter die Eimasse leicht unterheben. In eine Springform füllen und bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) 25 bis 30 Minuten im vorgeheizten Backofen backen. Den Biskuit vollständig auskühlen lassen und in 2 Tortenböden teilen.

3. Wasser aufkochen. Jede Galaretka in einem Glas Wasser auflösen. Umrühren, nicht weiter kochen. In eine flache Form umfüllen und kalt stellen. Sobald Galaretka fest geworden ist, schneide ich mit einem runden Plätzchen- Ausstecher kleine Kreise. Die Reste, die dabei entstanden sind, schneide ich in kleine Stückchen und gebe zu der Füllung,

4. Die Füllung: Blatt-Gelatine einzeln ins kalte Wasser geben, damit die Blätter nicht zusammenkleben und 5-10 Minuten quellen lassen. Die gequollenen Gelatine- Blätter auslösen, leicht ausdrücken und unter ständigem Rühren bei schwacher Hitze auflösen. Nach dem Gelatine aufgelöst ist, zunächst 1-2 EL der kalten Sahne zur lauwarmen Gelatine geben und verrühren. Jetzt können wir die restliche Sahne hinzufügen, alles rühren und nicht mehr kochen. Genauso die zweite Creme für die Verzierung vorbereiten.

5. Sobald die Gelatine- Sahne- Füllung anfängt zu gelieren, geben wir die bunten Galaretka- Würfel dazu und verrühren alles vorsichtig . Einen Biskuit- Boden auf eine Tortenplatte legen und einen Tortenring herumlegen. Gelatine- Sahne-Creme mit bunten Galaretka- Stückchen auf den Biskuit streichen und den zweiten Boden darauf legen. Die Gelatine-Sahne für die Verzierung regelmäßig verteilen und mit runden, bunten Galaretkas nach Eurem Karneval- Gefühl verzieren. Torte am besten über Nacht fest werden lassen.

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Helau!

Eure Edyta

* Mehr über Galaretka schreibe ich im Rezept  für Buntes Karneval-Dessert: hier

Zupf- Brot für die Silvester- Party!

In der Dolcevita- Küche gibt es nicht immer süss, machmal geht es auch deftig zur Sache. Naja, das heutige Rezept enthält auch eine etwas süsse Note- die Walnüsse.

Nachdem wir die Weihnachtstage in einem grossen Familienkreis verbracht haben, wird der Silvester gemütlich auf dem Sofa gefeiert. Traditionell wird bei uns immer Raclette oder Käse- Fondue zubereitet. Heute habe ich aber eine andere Idee, die ich schon im Sommer beim Grillen ausprobiert habe, ein leckeres Zupf- Brot. Ich bin von dem Brot ganz angetan. Schön knusprig, lässt sich relativ schnell und einfach zubereiten, duftet sehr appetitlich, optisch ein Hammer.

Man braucht nicht viele Zutaten, um diesen Igel zu zaubern. Brot, Käse, Paprika, Zwiebel und Butter hat man meistens zu Hause. Geeignet ist hier jedes Weizen- oder Landhausbrot. Ich habe ein Walnuss- Brot gekauft, das kleine Walnuss- Stückchen enthält und leicht süßlich schmeckt. In der Verbindung mit der knackigen Paprika und aromatischen Zwiebeln ist es ein Genuss. Und sollen wir die Meinung ändern und doch  ausgehen, ist dieses Brot ist ein tolles Mitbringsel für jede Party, auch die vegetarische.

Zupf- Brot für die Silvester- Party!

 
500 g Laib Brot z.B. Walnussbrot
150 g Hartkäse Eurer Wahl
eine halbe grüne und gelbe Paprika
eine halbe Zwiebel
4 EL Butter
etwas Kräuter z. B Petersilie, Thymian gehackt

Die Zubereitung:

1. Zuerst das Brot gitterförmig,längs und quer einschneiden, nicht ganz bis zum Boden. Paprika waschen, trocken tupfen und kleinschneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Käse in dünne Scheiben schneiden. Paprika, Käsescheiben, Zwiebel, Kräuter in die Einschnitte stecken. Die Butter schmelzen lassen und das Brot mit der Butter einpinseln.

2. Das Brot in eine Alu- Folie wickeln. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen.ca. 15 Minuten backen. Das Brot aus der Folie wickeln und weitere 10–15 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist. Fertig! Guten Appetit 🙂

Das Brot ist aus dem Ofen. Jetzt möchte ich Euch einen wunderbaren Start in ein glückliches gesundes fröhliches Neues Jahr mit ganz viel Liebe wünschen. Mögen wir endlich Zeit finden. Zum Kochen, Backen und Essen. Zum Lesen und zum Träumen. Zum Tanzen und zum Lachen. Und egal wie kitschig es klingeln mag, ich freue mich auf ein hoffentlich leckeres Jahr 2016 zusammen mit Euch 🙂
Edyta

Frohe Weihnachten wünsche ich Euch!

Polnische Tradition am Heiligabend. Oblate. Edyta Guhl.
Es gibt einen alten Brauch in meinem Lande,
am Heiligen Abend, wenn der erste Stern auf dem Himmel erscheint,
teilen die Menschen aus demselben Nest das biblische Brot miteinander(…)
Diese weiße, zerbrechliche Oblate, Weizen-Krümmel des Brotes,
ist ein Symbol für große Sachen, ein Symbol für Frieden und Brot(…)
Auf die Erde mit der Nacht eingebettet, kommt der Gott wie vor den Jahrhunderten.
Wir werden wie Brüder sein, all das Unrecht vergessen, wenn es sein muss.
Teilen wir miteinander die Oblate, das Brot des Friedens und Himmels(…)
 
Mit diesem alten Gedicht von Kamil Cyprian Norwid, in meiner Übersetzung, möchte ich Euch schon heute fröhliche Weihnachten wünschen. Viel Liebe und Gemütlichkeit, Gesundheit und Entspannung, gutes Essen und tolle Geschenke. Auf dem Blog wird es in den nächsten Tagen ganz ruhig, aber danach komme ich zu Euch mit neuem Elan. Frohe Weihnachten!

Couscous-Salat und Urlaubsfeeling

couscous-salat-und-urlaubsfeelingDiesen Couscous- Salat habe ich zum ersten Mal im Urlaub auf Teneriffa gegessen. Dieses leichte Gericht mit buntem knackigem Gemüse hat mich sofort angemacht. Es muss nicht immer üppig gegessen werden. Nach einer langen Wanderung  in den Bergen, hatte ich ein Verlangen nach etwas Vegetarischem, was nicht studenlang im Magen liegt. Diesen Wunsch hat mir ein sehr gutaussehender Kellner Antonio exzellent erfüllt. Kann das sein, dass jeder gutaussehende Spanier Antonio heißt? 😉 Immer wenn ich diesen Salat nachkoche, denke ich an den Wind in El Medano, an die starke Strömung und an das verführerische Lächeln von Antonio…Man braucht so wenig, um glücklich zu sein… 🙂

couscous-salat-rezept
Couscous- Salat:

250 g Couscous
250 ml Gemüsebrühe
150 ml Olivenöl
50 g Rosinen
30 g Petersilie
20 Basilikum
20 g Minze
3 Lauchzwiebeln
1 rote,gelbe und grüne Paprika
1 rote Zwiebel
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack
Saft von einer Zitrone

Rosinen im Wasser einweichen. Gemüsebrühe aufkochen, Couscous übergießen und zugedeckt ca. 1 Stunde quellen lassen. 2 EL Olivenöl unterrühren. Kräter hacken, mit dem restlichen Öl zu einer Masse mixen. ( Etwa 1 EL Öl brauchen wir noch zum Anbraten). Lauchzwiebeln in Ringe schneiden. Paprika kleinwürfeln, Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Schalotte in Ringe schneiden. Paprika mit einem  EL Olivenöl andünsten, nach Geschmack würzen. Rosinen abgießen, mit Gemüse und Kräuterpaste vermengen. Mit Zitronensaft abschmecken. Wer es etwas schärfer mag, kann noch Chillipulver dazugeben! Guten Appetit 🙂

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Eure Edyta