
Meine Rákóczi-Quarktorte ist ein ungarischer Klassiker, der durch die Kombination aus mürbem Boden, cremiger Quarkfüllung, Aprikosenkonfitüre und einer gitterartigen Baiserhaube besticht. Bei meiner Reise nach Ungarn und den Besuchen in den Konditoreien habe ich immer diese Torte bevorzugt.
Für mich blieb sie der Klassiker der ungarischen Dessertwelt – neben der schokocremigen Dobostorte und dem aromastarken Zserbó-Kuchen. Diese ‚großen Drei‘ sind die Säulen der ungarischen Konditorkunst.
Und dann gab es da noch etwas ganz Besonderes: Somlói Galuska. Ein dekadentes Biskuit-Dessert mit Vanillecreme, Schokosauce, Rumrosinen und Walnüssen. Meine Schwester schwelgte förmlich vor der Kuchenvitrine: ‚Ich bestelle das und… und… Galuska!‘ Da ‚und‘ auf Polnisch ‚i‘ heißt, war ich viele Jahre lang fest davon überzeugt, dass dieses Dessert Igaluska heißt. Erst vor Kurzem haben wir dieses Missverständnis aufgeklärt.
Doch egal, ob sie nun Galuska oder ‚Igaluska‘ heißen – die Sehnsucht nach diesen ungarischen Köstlichkeiten ließ mich nicht los. Also beschloss ich, mich selbst an den Klassiker mit der Baiserhaube zu wagen, um ein Stück Budapest zu uns nach Hause zu holen.
Natürlich hatte ich alle Zutaten zur Hand – bis auf die Aprikosenkonfitüre. Doch das wurde mir erst während des Backens bewusst. Schnell checkte ich die Zutatenliste für die ungarische Quarktorte ab: Bio-Eier waren da, und den guten polnischen Quark, fast wie das Original aus Ungarn, hatte ich bereits gestern besorgt. Mehl, Salz und Zucker hat eine gute Hausfrau ohnehin immer vorrätig. Das Backen konnte also beginnen.
Doch was war mit der Aprikosenkonfitüre? Wir haben doch so viel Marmelade im Regal, und eine orangefarbene hatte ich dort sicher auch gesehen. Welch eine Illusion! Selbstsicher griff ich nach dem Glas, drehte es auf und führte den Löffel hinein – doch der Löffel blieb stecken. Der Inhalt war fest. Was war los mit der Marmelade? War sie verdorben? Langsam brauche ich wohl eine Brille. Die Masse sah merkwürdig aus: stark gezuckert und auffallend hell. Ich roch daran und stellte fest: Es war Honig.
So kam es zu einer kleinen Abwandlung meiner Rákóczi-Torte. Ich schob den Kuchen mit der Baiserhaube in den Ofen, allerdings noch ohne die Konfitüre. Diese folgte erst später.
Und wie füllt man die Marmelade perfekt ein, ohne das Baiser-Gitter zu beschädigen?
Erwärme die Aprikosenmarmelade kurz in einem Topf oder in der Mikrowelle, bis sie flüssig wird.
Fülle die warme (nicht heiße!) Marmelade in einen Spritzbeutel mit einer kleinen Lochtülle
Setze die Spitze direkt in die Zwischenräume des Gitters und fülle diese vorsichtig auf. So vermeidest du, mit einem Löffel das empfindliche Baiser zu berühren oder zu zerdrücken.
Falls du keinen Spritzbeutel hast, kannst du auch einen kleinen Löffel nehmen. Setze dabei vorsichtig kleine Kleckse in die Mitte der Rauten, ohne das Gitter zu berühren. Jetzt…in den Ofen schieben!



Meine Rákóczi-Quarktorte
Zeitloser Klassiker aus Ungarn: Mürber Boden, frischer Quark und eine kunstvolle Baiserhaube.
Ingredients
- Boden:
- 250 g Mehl
- 120–150 g kalte Butter
- 60 g Puderzucker
- 1 Eigelb
- 1 EL saure Sahne
- 1 Prise Salz
- Optional etwas Zitronenabrieb
- Quarkmasse:
- 750 g Quark (Topfen)
- 150 g Zucker
- 3 Eigelb
- 1 EL Vanillezucker
- Zitronenschale
- 3 EL Grieß (damit die Füllung fest wird)
- Belag:
- 4 Eiweiß
- 200 g Zucker für den Eischnee
- Ca. 200 g Aprikosenkonfitüre
Instructions
Für den Boden: Mehl, Butter und Zucker schnell verkneten, dann Eigelb und saure Sahne hinzufügen. Den Teig kurz kühlen und auf Blechgröße ausrollen. Bei 180 °C ca. 10–12 Minuten hellgelb vorbacken.
Für die Quarkmasse: Alle Zutaten für die Füllung glatt rühren und etwa 10 Minuten stehen lassen, damit der Grieß in der Quarkmasse quellen kann. Die Masse auf den vorgebackenen Boden streichen und weitere 20–25 Minuten backen
Für das Baiser-Gitter: Das Eiweiß mit dem Zucker sehr steif schlagen. Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und diagonal ein Gitter auf den heißen Kuchen spritzen.
Für das Finish: Die Aprikosenkonfitüre kurz erwärmen, durch ein Sieb streichen und mit einem Spritzbeutel vorsichtig die Zwischenräume des Gitters mit der Konfitüre füllen.
Den Kuchen bei reduzierter Hitze (ca. 130–150 °C) nochmals 15 Minuten in den Ofen schieben, bis das Baiser stabil und leicht gebräunt ist.
Notes
Beim Baiser darauf achten, dass die Schüssel absolut fettfrei ist, damit der Eischnee stabil genug für das typische Gittermuster der Rákóczi-Torte wird.

Mehr über den geheimnisvollen Konditor János Rákóczi erfährst du auf Wikipedia. Leider gibt es den ausführlichen Artikel nur auf Ungarisch – aber als ob das für uns ein Hindernis wäre! 🙂 Liebe Grüße, Edyta




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