Doeppekooche aus der Eifel

Das Rezept für Doeppekooche aus der Eifel stammt aus meiner Wahlheimat. Zuerst für alle, die wie ich früher nicht wissen, wo Eifel liegt, eine kurze Erklärung. Eifel ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden, Koblenz im Osten und auf den belgischen und luxemburgischen Gebieten im Westen.
Bekannt ist die Eifel durch Gerolsteiner Sprudel, Bitburger Bier, Eifeler Schinken, Vulkane, Maare, wunderschöne Wanderwege oder Nürburgring. Wer wissen will, was Eifelgold ist, soll uns ab Mitte Mai besuchen. Tausende zarte, gelbe Ginster- Blüten leuchten um die Wette. Der felsige, karge Boden lässt den Ginster hier schön wachsen, aber eben dieser Boden und die Witterung, waren schon immer Gründe für schlechte Ernten in der Eifel.
Hunger und Armut haben diese Gegend über Jahre geprägt und Eifel wurde als Preußisch Sibirien bezeichnet. Es gab keine bedeutenden Rohstoffe oder Bodenschätze und die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Schlechtes Wetter, zu hohe Niederschläge und niedrige Temperatur haben oft zu Missernten geführt. Die Ernährung war sehr schlicht. Kartoffeln, Weißkohl( Kappes), gekochte Beeren und Früchte kamen oft auf den Tisch. Fleisch gab es selten. ,, Täglich Brei und nix dabei“ lachten die reichen Rheinländer über die Eifel-Küche.
 Zurück zu meinen Recherchen. Viel habe ich von den berühmten Eifeler Buchweizen- Knödeln gehört, leider habe ich sie nie gegessen. In einer alten Dorfschänke, tief in der Eifel, saßen die Einheimischen gemütlich bei einem Stubbi und erzählten Geschichten von früher. ,, Ja, die besten Kniedeln hat Johanns seine Frau gemacht, Johann, der hatte doch eine Mühle. So lecker Kniedeln hast du nicht mal in Köln bekommen. Mit Zwiebeln und Schonk hat sie die Kniedeln gebraten. Ganz juut.“
Ob ich ein Rezept haben könnte?
,, Ein Rezept? Es gab kein Rezept. Diese fleißige Frau hat Mehl mit Wasser gerührt und fertig waren die Kniedeln. Viel Zeit gab es damals nicht. Man musste hart arbeiten. Und die Kinder hatten immer Hunger.“
Und heute, kocht ihr die Knödeln auch heute?
Jupp* macht ein verlegenes Gesicht:
,, Nein, nicht mehr. Sie sind nicht mehr modern. Es war ein Arme-Leute-Essen. Wir haben die Kniedeln gern gegessen aber mein Junge…Mein Junge wollte keine Kniedeln. Er sagte: ,, Die Kinder von dem dicken Bauer essen Butterschmier mit Schonk und trinken schwarzen Kaffee von Luxemburg und bei uns nur Kniedeln und Muckefuck“. Recht hatte er.“




Jupp trinkt seinen Korn aus und steht auf : ,, So, ich muss noch nach dem Holz kucken. Man sieht sich“. Schon wieder muss ich an den Satz denken: rau und herzlich ist das Wetter in der Eifel, genauso wie seine Einwohner.
Der Gedanke an Knödeln macht mich hungrig. Es muss aber ein anderes Rezept geben, was ich Euch heute zubereiten kann. Der alte Nikla denkt nach: ,, Mein Mom machte immer Doeppekooche… Dat is was Feines, mach Doeppekooche. Mit Ääpelkompott. Ich weiß, wie dat geht.“
Und schon notiere ich auf einem Bierdeckel das einfache Rezept. Man braucht nicht viel. Kartoffeln, Zwiebeln, Eier und kein Fleisch. Lecker. Ich wünsche Euch : Guten Appetit. Oder wie man in der Eifel sagt: Guten Hunger!

Doeppekooche aus der Eifel:

Die Zutaten:

1 kg Kartoffeln
2 Eier
2 Zwiebeln
Salz, Pfeffer, Muskat
etwas Fett
2 EL Haferflocken
 
Kartoffeln waschen, schälen und mit einer Reibe fein raspeln. Was übrig bleibt, kann man grob raspeln. So bleiben die Finger heil. Kartoffelmasse noch etwas ausdrücken, Flüssigkeit wegschütten. Zwiebeln fein raspeln. Jetzt die Eier und Haferflocken dazu geben und alles miteinander verrühren. Die Kartoffelmasse mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Einen Bräter einfetten und den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Kartoffelmasse in den Bräter einfüllen und den Doeppekooche etwa 2 Stunden ohne Deckel backen. Mit Ääpelkompott, Entschuldigung, mit Apfelkompott servieren. Und dann guten Hunger 🙂

 Liebe Grüße

Edyta

* Die dargestellten Personen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind zwar an die Realität angelehnt, beziehen sich aber nicht auf konkrete Begebenheiten 😉

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Zupf- Brot für die Silvester- Party!

In der Dolcevita- Küche gibt es nicht immer süss, machmal geht es auch deftig zur Sache. Naja, das heutige Rezept enthält auch eine etwas süsse Note- die Walnüsse.

Nachdem wir die Weihnachtstage in einem grossen Familienkreis verbracht haben, wird der Silvester gemütlich auf dem Sofa gefeiert. Traditionell wird bei uns immer Raclette oder Käse- Fondue zubereitet. Heute habe ich aber eine andere Idee, die ich schon im Sommer beim Grillen ausprobiert habe, ein leckeres Zupf- Brot. Ich bin von dem Brot ganz angetan. Schön knusprig, lässt sich relativ schnell und einfach zubereiten, duftet sehr appetitlich, optisch ein Hammer.

Man braucht nicht viele Zutaten, um diesen Igel zu zaubern. Brot, Käse, Paprika, Zwiebel und Butter hat man meistens zu Hause. Geeignet ist hier jedes Weizen- oder Landhausbrot. Ich habe ein Walnuss- Brot gekauft, das kleine Walnuss- Stückchen enthält und leicht süßlich schmeckt. In der Verbindung mit der knackigen Paprika und aromatischen Zwiebeln ist es ein Genuss. Und sollen wir die Meinung ändern und doch  ausgehen, ist dieses Brot ist ein tolles Mitbringsel für jede Party, auch die vegetarische.

Zupf- Brot für die Silvester- Party!

 
500 g Laib Brot z.B. Walnussbrot
150 g Hartkäse Eurer Wahl
eine halbe grüne und gelbe Paprika
eine halbe Zwiebel
4 EL Butter
etwas Kräuter z. B Petersilie, Thymian gehackt

Die Zubereitung:

1. Zuerst das Brot gitterförmig,längs und quer einschneiden, nicht ganz bis zum Boden. Paprika waschen, trocken tupfen und kleinschneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Käse in dünne Scheiben schneiden. Paprika, Käsescheiben, Zwiebel, Kräuter in die Einschnitte stecken. Die Butter schmelzen lassen und das Brot mit der Butter einpinseln.

2. Das Brot in eine Alu- Folie wickeln. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen.ca. 15 Minuten backen. Das Brot aus der Folie wickeln und weitere 10–15 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist. Fertig! Guten Appetit 🙂

Das Brot ist aus dem Ofen. Jetzt möchte ich Euch einen wunderbaren Start in ein glückliches gesundes fröhliches Neues Jahr mit ganz viel Liebe wünschen. Mögen wir endlich Zeit finden. Zum Kochen, Backen und Essen. Zum Lesen und zum Träumen. Zum Tanzen und zum Lachen. Und egal wie kitschig es klingeln mag, ich freue mich auf ein hoffentlich leckeres Jahr 2016 zusammen mit Euch 🙂
Edyta