
Zsolt sitzt im warmen Ungarn, ich erschöpft in einer spanischen Pilgerherberge – und plötzlich ploppt ein Joghurtkuchen- Foto auf meinem Handy auf. Zsolt ist mein Camino-Freund vom letzten Jahr. Dieses Mal hat er mich online von zu Hause aus begleitet, während ich mir auf dem Jakobsweg die Füße plattgelaufen habe. Und mitten in meinen wohlverdienten Albergue-Feierabend schickt er mir ein Bild von diesem Kuchen. Ganz ehrlich? Mir ist sofort das Wasser im Mund zusammengelaufen. Ich hatte so unnormalen Hunger auf dieses Ding!
Das Geniale an Zsolts Rezept? Es ist genau wie das Leben auf dem Camino: Einfach. Ehrlich. Ohne viel Tamtam. Ein unkomplizierter Rührkuchen, der super schnell geht und durch den Joghurt und das Obst extrem saftig wird. Genau das, was wir am liebsten mögen. Zsolt hat diesen Joghurtkuchen damals mit Apfel und Banane gebacken. Da ich aber gerade massenhaft rote Johannisbeeren im Garten habe, wandle ich das Rezept im Sinne von Zero Waste einfach um! Die sauren Beeren passen perfekt zum süßen Teig.
Warum Camino-Freundschaften ein Leben lang halten
„Der Weg reinigt den Geist und stärkt den Charakter.“ Und Camino-Freundschaften sind eben einfach anders als normale Bekanntschaften. Sie überdauern Ländergrenzen, Jahre, Sprachbarrieren und Entfernungen. Man teilt auf dem Weg den Schmerz, Staub, Hunger, die Erschöpfung und Emotionen – und das schweißt fürs Leben zusammen. Wie oft haben wir alle gemeinsam geweint, gelacht oder einfach miteinander geschwiegen…Wie oft denke ich an die magischen Momente…
Reine Freude: Magische Begegnungen in Santiago
Diese pure, gesunde Freude über eine andere Begegnung – ohne Masken, einfach von Mensch zu Mensch – ist genau das, was das Pilgern ausmacht.
Wie tief diese Verbindungen gehen, habe ich erst vor Kurzem wieder in Santiago erlebt. Im Pilgerbüro bekam ich eine Einladung auf einen Kaffee. Oben treffe ich meine Landsleute. Zwei Mädels erzählen vom Camino Invierno. Sehr inspirierend, denn diesen Winterweg will ich doch irgendwann unbedingt selbst gehen!
Die beiden erzählen von den Menschen, die sie unterwegs getroffen haben und ihre Gesichter fangen an zu strahlen. Die Augen glänzen richtig. Genau das ist das Wunder des Caminos: Nirgendwo sonst auf der Welt habe ich diese reine, gesunde und völlig natürliche Freude über einen anderen Menschen gesehen. Man freut sich einfach von Herzen, dass das Gegenüber existiert – ohne Masken und ohne Hintergedanken.





Joghurtkuchen vom Zsolt
Unkomplizierter Rührkuchen, wenn es besonders schnell und saftig sein soll.
Ingredients
- 2 Eier
- 150 g Weizenmehl
- 125 g Naturjoghurt
- 6- 7 EL Speiseöl
- 100 g Zucker
- 0, 5 Packung Puddingpulver( 18- 20 g)
- 1, 5 TL Backpulver
- Obst: 1 Banane und ein Apfel bei Zsolt
- Rote Johannisbeeren aus dem Garten bei mir
Instructions
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das kleine Blech mit Backpapier auslegen oder gut einfetten.
Die Eier und 100 g Zucker in eine Rührschüssel geben. Mit dem Mixer 1 Minute lang cremig rühren.
Naturjoghurt und die 6–7 EL Speiseöl dazugeben und kurz unterrühren.
Das Weizenmehl, die halbe Packung Puddingpulver und 1,5 bis 2 TL Backpulver vermischen.
Die Mehlmischung zu den feuchten Zutaten geben. Nur so lange rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Das Obst bst unterheben: Den Teig auf dem kleinen Blech verteilen und glattstreichen.Auf mittlerer Schiene für ca. 25–30 Minuten backen. (Hinweis: Auf dem Blech ist der Kuchen flacher und backt schneller als in einer Form). Mit einem Holzspieß in die Mitte stechen. Klebt kein Teig mehr daran, ist der Kuchen fertig.
Notes
Perfekt für eine kleine Springform (Ø 18–20 cm), eine kleine Kastenform oder für ein kleines Backblech (ca. 20 x 30 cm oder ein halbes Standardblech).
Übrigens: Wenn du gerade selbst deine Pilgerreise planst oder einfach das Fernweh spüren willst, ist der Blog von Zsolt eine echte Goldgrube für alle Pilger. Es ist nicht einfach nur ein Infoportal – seine Beiträge sind extrem lebendig geschrieben und stecken voller Herzblut. Er teilt dort die nützlichsten Insider-Tipps, zeigt atemberaubende Fotos abseits der typischen Touristenpfade und packt dich mit einem unglaublich spannenden Erzählstil. Man hat beim Lesen sofort das Gefühl, wieder die Wanderschuhe zu schnüren und selbst loszulaufen!
Buen Camino! Edyta





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