Saftige Kartoffelbrötchen- so gelingt der Hefeteig

,,Hefeteig ist nicht mein Freund” – sagte meine Nachbarin Julia und machte ein verlegenes Gesicht. Ausgerechnet Julia, die so leckere Torten und Schoko- Cupcakes backt. Ihren Himmel- Kuchen werde ich Euch nach der Fastenzeit ganz sicher vorstellen. Was mag Julia nicht an den Hefeteig? – forschte ich nach.

,, Der Teig geht bei mir nie auf und wird zäh. Überhaupt die ganze Kneterei dauert viel zu lange. Wer hat denn heutzutage Zeit für das lange Kneten?“
Ich muss grinsen. Genau das ist es. Uns fehlt die Zeit und die Geduld. Alles muss schnell gehen,  leicht zu machen sein und dann noch am besten perfekt. Selber Pasta machen, Maultaschen, Knödel, Hefeteig, wer hat denn schon Zeit dafür? Und vor allem, wenn es dabei, wie Julia sagt, keine Erfolgsgarantie gibt?
 Bei mir zu Hause gab es sehr oft Hefeteig als Streusel- Kuchen, Hörnchen mit Marmelade, kleine Teilchen( sehr lecker mit Quark- Füllung) oder zu Weinachten als Mohn- Roulade. Ich mag Backwaren aus Hefeteig sehr gerne und esse sie schon zum Frühstück. Sie haben in sich etwas…Brötchenhaftes, auch wenn sie süss gefüllt sind. Wenn meine Mutter sagt: ich backe uns einen Kuchen, wer denkt schon an den Hefeteig? Hefeteig gehört zum Alltag, wie die Brötchen zum Frühstück. Und trotzdem haben viele junge Frauen Angst vor ihm. Um Euch die Angst weg zu nehmen, habe ich meine, persönlichen Tipps gesammelt, damit der Hefeteig gelingt.

 Meine Tipps für saftige Kartoffelbrötchen- so gelingt der Hefeteig

 

Tipp Nr.1 Die Hefe

Beim Backen können wir zwischen Trocken- oder Frischhefe wählen. Beide sind vergleichbar, obwohl Trockenhefe als leichter im Gebrauch gilt. Meistens steht im Rezept, welche Hefe man nehmen soll. Obwohl ich immer ein Tütchen Trockenhefe im Schrank habe, nehme ich meistens Frischhefe. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber so gedeiht der Teig besser und schmeckt richtig nach Hefe. Aber weiter zum Vergleich. Trockenhefe wird im Schrank aufbewahrt und ihre Haltbarkeit beträgt ein Jahr, Frischhefe dagegen muss man im Kühlschrank lagern und nach 1-2 Wochen kann man sie nicht mehr gebrauchen.
 Trockene Hefe mischt man einfach unter das Mehl, hier man man nichts falsch machen. Frischhefe muss gebröselt und im Wasser aufgelöst werden und erst dann für den Teig verwendet. Die Haltbarkeit bei der frischen Hefe muss man auf ihre Farbe achten. Ist sie hell und beige, riecht angenehm und etwas intensiv, lässt sich leicht bröckeln, so kann man sie gebrauchen. Alte Hefe ist braun, weich und schmierig, riecht unangenehm. Man soll sie nicht mehr nehmen, weil sie ihre Treibkraft verloren hat und der Hefeteig garantiert nicht aufgeht.
 
Ein Päckchen Trockenhefe sind 7 Gramm, ein Würfel Frischhefe 42 Gramm.
Ihr könnt ganz einfach umrechnen, wie man Frischhefe und Trockenhefe umrechnen und umsetzen kann:
 
Eine Würfel Frischhefe= 2 Päckchen Trockenhefe
Ein Päckchen Trockenhefe = 0.5 Würfel Frischhefe
 
Beinahe hätte ich es vergessen: Achtung auf Salz( entzieht den Hefezellen die Feuchtigkeit). Ich achte immer drauf, dass Hefe nicht in Berührung mit Salz kommt, da sie sonst nicht aufgeht. Also zuerst einen Vorteig machen, dann das Salz zum Mehl geben.
Die Zucker: Die Hefe ernährt sich vom Zucker, also Zucker nicht vergessen. So wird der Hefeteig schön ,,gehfreudig“.
 

Tipp Nr. 2 Die Wärme

Der Hefeteig braucht Wärme, um aufzugehen. Die ideale Temperatur liegt bei 20-35 Grad. Nur dann entwickelt die Hefe ihre Treibkraft und kann sich entwickelt, aber wir sollen nicht übertreiben. Die Hitze tötet den Pilz ab. Ich achte immer drauf, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben, decke den Hefeteig mit einem Tuch ab und lasse ihn in aller Ruhe aufgehen. Meine Mutter immer: seid leise, knallt nicht mit der Tür, sonst geht der Hefeteig nicht auf.
 

Tipp Nr. 3 Kneten

Ich knete den Hefeteig immer mit der Hand. Es dauert zwar lange, aber ich finde, diese Beschäftigung hat etwas …Beruhigendes. Fertig ist der Teig, wenn er schön geschmeidig ist, nicht mehr klebt, sich von selbst von der Schüssel löst und Bläschen bildet. Oder wie meine Oma immer sagte, wenn er weich wird, wie ein Feder-Kopfkissen.
 
Jetzt kann nicht mehr schief gehen. Für alle, die ihre Erfahrungen mit dem Hefeteig noch nicht gemacht haben, würde ich mit einfachen, leichten Rezepten anfangen, die gelingsicher sind, wie z. B. Kartoffelbrötchen. Ein leckeres Rezept für jeden Backanfänger.

Saftige Kartoffelbrötchen:

 

Die Zutaten:

3 Kartoffeln
eine halbe Würfel Frischhefe
250 ml lauwarmes Wasser
600 g Mehl type 405
2 EL Olivenöl
Prise Salz und Zucker
 
Die Zubereitung:
1. Drei mittelgrosse Kartoffeln waschen, schälen, in Scheiben schneiden und in einem Topf mit Wasser und Salz weich kochen. Die abgekühlten Kartoffeln mit einer Gabel oder Kartoffelstampfer zerdrücken.
2. Hefe und Zucker im lauwarmen Wasser auflösen. Kurz aufgehen lassen und zu den Kartoffeln geben. Umrühren und dann Olivenöl und Mehl dazu geben. Nach Geschmack eine gute Prise Salz geben. Jetzt wird der Teig geknetet, es dauert eine Weile, bis alles schön vermischt ist und der Teig nicht mehr klebt. Soll es zu viel kleben, etwas Mehl dazu geben. Wenn er zu klebrig ist, kann etwas Wasser helfen. Spätestens nach 10 Minuten ist der Teig fertig. Und kann eine halbe Stunde ruhen. Deckt die Schüssel mit einem Tuch ab, damit der Teig nicht austrocknet.
3. Zwei Backbleche Backpapier auslegen und 12 runde Brötchen formen und auf die Bleche legen. Viertel Stunde bleiben sie liegen und dann werden sie im vorgeheizten Ofen gebacken.
Backofen auf 190 Grad vorheizen, Backzeit: etwa 30 Minuten.
4. Fertig sind unsere saftige Kartoffelbrötchen und vergisst bitte nicht: In der Ruhe liegt die Kraft.
In diesem Sinne- alles Gute 🙂

Alles Gute,

Edyta

Zimt- Hefe- Faltenbrot

zimt-hefe-faltenbrotSpät am Abend habe ich diesen leckeren Zimt-Hefe-Kuchen gebacken und habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie ich ihn fotografieren soll: Hintergründe, Props und Beleuchtung, schon ist die Hälfte verschwunden. Die Familie war sich einig. Du kannst den Kuchen nochmal backen. Der schmeckt doch so gut. Klar kann ich ihn später backen, aber was zeige ich meinen Lesern? Mit diesem Kuchen wollte ich den Karneval eröffnen. Meine Wahl soll Euch nicht wundern. Das Hefegebäck wird so großzügig gebuttert, dass es im Geschmack stark an Karnevalsgebäck wie Muuzen oder Krapfen erinnert. In Köln wird jedes Jahr Dreigestirn gewählt, so habe ich auch für Euch drei Leckereien für Karneval vorbereitet. Heute präsentiere ich ein Rezept für Zimt- Faltenbrot. Helau!
zimt-zupfbrot-rezept

Zimt- Hefe- Faltenbrot:

Die Zutaten für den Teig:

 
700 g Weizenmehl
100 g Zucker
5 TL Hefe
Prise Salz
200 ml Milch
110 g Butter
4 Eier
2 TL Vanillin- Zucker
Mehl und Fett für die Form
etwas Mehl für die Arbeitsfläche
 

Zimtfüllung:

110 g Butter
260 g Zucker
2 EL Zimt
Prise Muskat
 
Die Zubereitung:
1. Vier Eier cremig rühren, auf die Seite stellen. In einer großen Schüssel trockenes Hefepulver mischen Sie einfach direkt unter das Mehl. 100 g Zucker, Salz dazu geben. Milch in einem Topf etwas erwärmen und die Butter dadrin lösen, man muss aber dabei achten, dass die Milch nicht überkocht. Vanillin- Zucker hinzufügen und alles etwas erkalten lassen. Ich kenne noch von Zuhause, dass man mit der heißen Flüssigkeit und Hefe aufpassen muss. Hitze tötet die Hefe ab oder zu heiße Milch kann den Wachstum hemmen. Passt also gut auf, dass die Milch nicht zu heiß ist, man kann es mit dem Finger probieren 😉
2. Die inzwischen kalt gewordene Butter- Milch in die Mehlmischung geben und verkneten. Eier hinzufügen und alles verkneten. Jetzt muss der Teig ,, gehen“. Ich decke die Schüssel „beim Gehen“ mit einem und sauberen Tuch ab. Nachdem sich das Volumen verdoppelt hat, knete ich alles noch einmal kräftig durch. Dann ist der Hefeteig fertig, um verarbeitet zu werden.
3. Inzwischen kann man die Füllung zubereiten. In einem Topf löse ich die Butter auf und warte bis sie leicht braun wird. Dann stelle ich den Topf auf Seite. In einer Schüssel mische ich Zimt, Zucker und Muskat zusammen.
4. Den Backofen auf 180 Umluft vorheizen und eine Backform fetten und mehlen. ich habe eine feuerfeste Auflaufform genommen, weil man durch die durchsichtigen Wände alle Fältchen sehr schön sehen kann. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich freuen, wenn ich Falten sehe 😉
4. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche rolle ich den Teig aus und verteile die zerlassene Butter mit einer Pinsel. Dann streue ich die Zucker-Zimt- Mischung drüber und schneide den Teig in schmale Streifen. Die einzelnen Streifen falte ich zusammen in wwwww-Schlangen oder wie eine Ziehharmonika und lege in die Auflaufform. Jetzt landet das ganze im Backofen für etwa 60 Minuten. Nach dieser Zeit nimmt der Kuchen goldene Farbe und überall duftet es nach Zimt und frisch Gebackenem. Herrlich 🙂 Guten Appetit!

 

rezept-zimt-faltenbrot

Alles Liebe

Edyta