Körnerecken & Wanderschuhe

Ein Feldweg hinter Uterga in Spanien, Camino Frances und rechts Körnerecken auf einem Teller.

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ – und dazu eine ordentliche Portion Ausdauer, um die Pfade des Caminos zu bewältigen. Diese selbstgebackenen Körnerecken sind dafür mein idealer Begleiter: innen fluffig-weich und außen knusprig. Sie sind der perfekte Proviant, um Körper und Seele auf weiten Wegen zusammenzuhalten.

Die wichtigsten Tipps für luftige Brötchen

Hefe richtig „wecken“: Die Flüssigkeit (Wasser oder Milch) sollte handwarm sein (ca. 37 °C). Eine Prise Zucker dient als Nahrung und bringt den Prozess in Schwung.

Ausgiebiges Kneten: Den Teig etwa 10 Minuten kräftig bearbeiten. Nur so entwickeln sich die Glutenstränge, die das Gas einschließen und für die nötige Lockerheit sorgen.

Ruhe und Dampf: Lassen Sie den Teig an einem warmen Ort gehen und backen Sie mit „Schwaden“ (einer Schale Wasser im Ofen). Der Dampf hält die Kruste dehnbar, sodass die Brötchen im Ofen ihr volles Volumen entfalten können.

Von der Backstube auf den Pfad: Die Suche nach dem richtigen Schuh

So wichtig die Stärkung im Rucksack ist, so entscheidend ist das, was uns trägt. Da mich viele danach gefragt haben: Ich persönlich habe oft mit Fußproblemen zu kämpfen und bin auf hochwertiges Schuhwerk angewiesen. Auf dem Camino begegnet man überwiegend zwei Marken: Altra und Hoka. Diese sind dort so allgegenwärtig, dass man morgens in der Herberge fast aufpassen muss, im bunten Durcheinander nicht die falschen Schuhe zu erwischen.

Optisch tue ich mich mit diesen modernen, sportlichen Laufschuh-Modellen allerdings schwer. Ich bin ein Liebhaber klassischer, schwerer Lederwanderschuhe – am liebsten knöchelhoch, selbst im Hochsommer. Doch meine Knie fordern mittlerweile ihren Tribut und verlangen nach leichteren Alternativen.

Lange Zeit waren meine hellbraunen Wanderstiefel von Allrounder meine treuesten Begleiter. Doch nach unzähligen Kilometern war die Sohle so weit verschlissen, dass ich jeden Kieselstein wie einen Nadelstich spürte. Wenn der Schmerz in den Füßen mit dem Ziehen im Nacken – verursacht durch das Gewicht des Rucksacks – um die Aufmerksamkeit konkurriert, weiß man: Es ist Zeit für eine Veränderung.

Die Trennung von meinen geliebten Stiefeln fällt schwer, denn von oben sehen sie noch fast aus wie neu. „Zu schade zum Wegschmeißen“, würde ich wohl meinen Opa sagen hören. Aber meine Füße erzählen eine andere Geschichte.

Eine gute Erfahrung habe ich mit Keen-Sandalen gemacht – tatsächlich die ersten Schuhe, in denen ich noch nie eine Blase bekommen habe. Mit viel Hoffnung bestellte ich daher auch Wanderschuhe dieser Marke online, musste sie jedoch sofort zurückschicken: Sie waren unglaublich breit und an der Ferse so flach geschnitten, dass sie bei jedem Schritt herausrutschte.

Ein Trend auf dem Prüfstand

Der neueste Schrei unter Pilgern besagt ja, man solle Laufschuhe zwei bis drei Nummern größer tragen. In meiner Fantasie sehe ich mich schon irgendwo im Herzen Spaniens mit diesen riesigen „Schuhen“ über den Schotter stolpern… Dieser Tipp muss erst einmal getestet werden, bevor ich ihn Dir guten Gewissens weiterempfehle!

Der Feldweg bei  Alto del Perdón in Spanien und sechs Körnerbrötchen auf einem Schneidebrett(rechts).
Selbstgemachte Körnerecken auf einem Teller und rechts angeschnittene Ecken Butter und Marmelade.
Gebackene Körnerecken, Butter und Marmelade und rohe Teiglinge mit Kürbis-, Sonnenblumenkernen und Chiasamen.
Landschaft bei  Alto del Perdón ind Spanien und rechts Körnerecken und Butter.

Körnerecken

Leckere, selbstgemachte Körnerbrötchen perfekt für ein Sonntagsfrühstück.

Ingredients

  • Hefeteig:
  • 500 g Mehl (Weizen 550 oder Dinkel 630)
  • 280 ml lauwarmes Wasser
  • 21 g frische Hefe (halber Würfel)
  • 10 g Salz
  • 1 EL Honig oder Rübensirup
  • 20 g weiche Butter oder 2 EL Öl
  • Kruste:
  • 30 g Kürbiskerne
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 15 g Chiasamen
  • Etwas Wasser zum Bestreichen

Instructions

1

Hefe mit Honig im lauwarmen Wasser auflösen und etwa 15 Minuten gehen lassen.

2

Dann Mehl, Salz sowie Fett hinzufügen und alles zu einer glatten Masse kneten. Die Mischung abgedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

3

Den Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem gleichmäßigen Kreis ausrollen, in 6 gleich große Tortenstücke schneiden.

4

Die Oberseite der Teiglinge mit Wasser bestreichen und die Körner fest andrücken.

5

Die Ecken auf ein Backblech legen, weitere 20 Minuten ruhen lassen. Schließlich im auf 220 Grad vorgeheizten Ofen bei Ober- und Unterhitze für etwa 20 bis 25 Minuten goldbraun backen.

Notes

Für eine besonders knusprige Oberfläche eine Schale mit Wasser in den Ofen stellen, um Dampf zu erzeugen. Das verhindert, dass die Kruste zu schnell fest wird, und lässt die Brötchen besser aufgehen.

Du willst wissen, woher diese Landschaften stammen? Ich habe nur auf die Frage gewartet. Wunderschön, nicht wahr? Es ist natürlich Spanien. Das erste Foto wurde in der Nähe von Uterga aufgenommen, zwei andere beim Alto del Perdón. Buen Camino! Edyta

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